UBA lockt Reifenhersteller mit dem Blauen Engel
Pünktlich zum 30. Jubiläum des Umweltzeichens verkündet das Umweltbundesamt (UBA) einen Neustart für die Auszeichnung von umweltfreundlichen Autoreifen mit dem „Blauen Engel“ für umweltfreundliche Produkte. Weniger Lärm und geringer Rollwiderstand bei gleicher Sicherheit – das sind die Voraussetzungen für die Vergabe des Umweltzeichens an einen Reifen. 1997 hatte das UBA schon einmal – ohne Erfolg – versucht, die Reifenindustrie für das Umweltzeichen zu begeistern.
Den ersten Blauer Engel nach dem Neustart erhielt nun die Baureihe Optimo 4S von Hankook. „Ich hoffe, dass weitere Reifenhersteller diesem guten Beispiel folgen und bei der Produktion ihrer Reifen verstärkt auf den Gesundheits- und Umweltschutz achten“, sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes.“ Der von Fahrgeräuschen erzeugte, störende und gesundheitsschädliche Verkehrslärm könne sich nahezu halbieren, setzten sich lärmarme Reifen am Markt durch, so Holzmann. Wegen des geringen Rollwiderstandes ließen sich mit den prämiierten Reifen zusätzlich bis zu 5 Prozent Kraftstoff sparen.
Das außen hörbare Abrollgeräusch entsteht zwischen Reifen und Fahrbahn und wird in seiner Intensität heute eher von der Fahrbahn als vom Reifen bestimmt. Das ist einer der Gründe, weswegen die deutschen Reifenhersteller 1997, als es den Blauen Engel für Reifen schon einmal gab, darauf verzichtet hatten, ihre Reifen für die Auszeichnung anzumelden. Außerdem fürchteten die Hersteller, dass das UBA die Auszeichnung von Reifen mit dem Blauen Engel nicht durchhalten werde.
Solche Erfahrungen hatte damals die Batterieindustrie hinter sich gebracht. So war die Zink-Luft-Batterie mit dem Blauen Engel ausgezeichnet worden. Später wurde die Auszeichnung dieser Technologie mit der Begründung wieder aberkannt, keine Batterie könne einen Blauen Engel erhalten, auch die schadstofffreien nicht. Dem Risiko, einen ähnlichen, politisch und nicht sachlich begründeten Rückzieher zu erleben, wollten sich die Reifenhersteller vor zehn Jahren nicht aussetzen.
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